Oberlandesgericht Köln: Unzulässige Werbung mit Testergebnis für Modellabwandlung

02.10.2018 |

Das Oberlandesgericht Köln (OLG Köln) hat mit Urteil vom 23. April 2018 entschieden, dass eine Werbung mit einem Testergebnis immer nur für das konkret geprüfte Produkt erlaubt ist. Soweit Produktabweichungen auch in Form der Größenabweichung des geprüften Produkts vorliegen, ist eine Übertragung des Tester-gebnisses in der Werbung auf das nicht geprüfte Modell wettbewerbswidrig.

Im konkreten Fall waren Werbeaussagen mit einem Testergebnis für eine getestete Matratze Gegenstand des Streits. Eine der Matratzen der Beklagten wurde von der Stif-tung Warentest mit Gut (1,1) als Testsieger bewertet. Die Testsieger-Matratze war 90*200 cm groß und besaß einen Härtegrad von H3. Die Beklagte nahm das Testergebnis zum Anlass, um sowohl mit dem Test als auch mit der Testsiegereigenschaft auch Matratzen mit demselben Härtegrad aber mit einer anderen Größe sowie Matratzen mit einem anderen Härtegrad zu bewerben. Beides stufte das OLG Köln als wettbewerbswidrig ein. Der Senat betonte, dass im Rahmen einer Werbung mit einem Testergebnis stets nur das geprüfte Produkt beworben werden dürfe. Eine Übertragung der positiven Bewertung auf andere Produkte sei unzulässig. Dies gelte auch im Matratzenbereich für identische Produkte mit unterschiedlicher Größe.

So sei insbesondere durch die unterschiedlichen Liegezonen und die Gestaltung der Matratzen selbst bei einem identischen Modell der Test dann nicht übertragbar, wenn die Matratzen unterschiedlich groß seien.

Fazit:

Die Entscheidung verdeutlicht einmal mehr, dass im Bereich der Werbung mit Testergebnissen sehr strenge Maßstäbe durch die Gerichte angelegt werden. So ist bei einer Testwerbung stets darauf zu achten, dass das beworbene Produkt tatsächlich Gegenstand des Tests war. Darüber hinaus sind unter anderem die zutreffenden Fundstellen ebenso anzugeben, wie ein weiterer Testsieger im Rahmen eines geteilten Testsieges.

Darüber hinaus sollte nach Möglichkeit der Rang des getesteten Produktes dann angegeben werden, wenn es den Test nicht gewonnen hat. Die strengen Maßstäbe werden nach der instanzgerichtlichen Rechtsprechung inzwischen auch auf weitere wertbildende Faktoren wie Awards übertragen.

Carsten Schröder

 



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